{"id":2251,"date":"2017-03-15T11:47:28","date_gmt":"2017-03-15T10:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/ecco-arte.at\/rework-0217\/?page_id=2251"},"modified":"2017-03-15T11:47:28","modified_gmt":"2017-03-15T10:47:28","slug":"rezension-thog-lcags-johannes-litzel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/rezension-thog-lcags-johannes-litzel\/","title":{"rendered":"Rezension: thog-lcags &#8211; Johannes Litzel"},"content":{"rendered":"<div class=\"ctsc-focus ctsc-focus-normal \" style=\" background:#f3f1ea;\r\n\t\t\t\tbackground:-moz-linear-gradient(top, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%);\r\n\t\t\t\tbackground:-webkit-linear-gradient(top, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%); \r\n\t\t\t\tbackground:linear-gradient(to bottom, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%);\r\n\t\t\t\tfilter:progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr='#f3f1ea', endColorstr='#ffffff',GradientType=0);\">\n<p><em>Reviewed by Johannes Litzel, Burg.<\/em><br \/>\n<em> Published by H-Museum (December, 2002)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herders Lexikon &#8220;Ethnologie&#8221;&#8211;sonst meist eher eine Quelle des \u00c4rgers f\u00fcr den fachlich versierten Nutzer&#8211;erkl\u00e4rt das Amulett als &#8220;am K\u00f6rper getragener kleiner Gegenstand, dient dem Menschen im mag. Weltbild als Abwehrzauber&#8221; und das Stichwort &#8221;bwehrzauber&#8221; als &#8220;mag. Handlung, die durch Abwehrmittel (Apotrop\u00e4en) wie L\u00e4rmen, Schiessen, Feueranz\u00fcnden, Zauberformeln, Tragen von Amuletten, Unheil abhalten oder b\u00f6se Einfl\u00fcsse unsch\u00e4dl. machen soll&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese&#8211;eher minimalistischen&#8211;Erkl\u00e4rungen bekommen eine vielschichtige Dimension, wenn Hans Weihreter am Beispiel der thog-lcags Tibets das Thema Amulette behandelt. Schon 1988 hatte er in seiner Publikation ,Schmuck aus dem Himalaya&#8221; (Graz) einige Objekte vorgestellt; neue Erkenntnisse erm\u00f6glichen nun eine umfassendere Darstellung dieses Objektkomplexes.[1]\n<p style=\"text-align: justify;\">Thoktschak (tib. Thog-lcags &#8221;erstes Eisen&#8221;) sind kleine Metallgegenst\u00e4nde unterschiedlichster Art und Provenienz, die sich in Tibet h\u00f6chster Wertsch\u00e4tzung erfreuen. Dabei liegt der ,Wert&#8221; eher im Auge des Betrachters, je nachdem, ob er dem tibetischen Kulturkreis entstammt und dort religi\u00f6s verwurzelt ist oder mit &#8221;westlicher&#8221; wissenschaftlicher Ambition das Objekt betrachtet und analysiert. Weihreter stellt diese wichtige Erkenntnis deutlich an den Anfang seiner Betrachtungen: er unterscheidet zun\u00e4chst zwischen systemimmanenten Informationen (was denkt, meint, w\u00fcnscht der autochthone Tr\u00e4ger \/Besitzer \/Informant \u00fcber das St\u00fcck? Welche Funktion hat es im kulturellen, magisch-religi\u00f6sen Kontext? Was macht ein Metallgegenstand zu einem thog-lcag?) und dem, was sich ikonografisch, religions-, kulturgeschichtlich und komparativ \u00fcber das Objekt und seine urspr\u00fcngliche Funktion ermitteln l\u00e4sst. Die individuellen ,Wertzuweisungen&#8221; und Funktionsvorstellungen bzw. Verwendungszwecke h\u00e4tten dabei im Ganzen durchaus mehr Raum beanspruchen d\u00fcrfen; die pers\u00f6nliche ,Evaluierung&#8221; aufgrund individueller Erfahrung (mein Amulett hat wann, wo, wie geholfen) einzelner Besitzer fehlt leider g\u00e4nzlich; die magischen Vorstellungswelten einzelner Interviewpartner h\u00e4tten das Thema um diese Dimensionen weiter bereichert. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Erwerbsfrage: Tibeter seien bereit, &#8220;riesige Summen&#8221; (wie viel?) zu investieren, um einen solchen Gegenstand zu erwerben, aber das &#8220;Finden&#8221; w\u00fcrde die Wirksamkeit verst\u00e4rken. Die sich anschlie\u00dfende Frage, wer findet wann, wo, wie einen thog-lcag? bleibt unbeantwortet. Da es sich um arch\u00e4ologische Streufunde handelt, nach Weihreter, dr\u00e4ngt sich zun\u00e4chst der Gedanke an Ausgrabungst\u00e4tigkeit durch die einheimische Bev\u00f6lkerung auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufarbeitung der einzelnen Objektgruppen (Ringe, Fibeln, Spiegel, Tierdarstellungen u.a.m.) ist systematisch korrekt, die zeitlichen und lokalen Zuordnungen bzw. Einfl\u00fcsse sind meist detail- und kenntnisreich untermauert und damit auch meist nachvolziehbar, wenn auch mancher Bogen sehr weit gespannt ist. Dass manches zu kurz kommt, liegt an dem verdichteten Thema: Die Hinweise auf den tibetischen oder sibirischen Schamanismus m\u00fcssen in Bezug auf Amulette Rudiment bleiben; die eingehende Behandlung verlangte ein eigenes Werk. W\u00fcnschenswert w\u00e4re, wenn auch auf die Metallurgie in einer gesonderten Publikation eingegangen werden k\u00f6nnte. Publikationen dieser Art leben von aussagekr\u00e4ftigen Darstellungen, meist Fotos. Diese lassen sich, ebenso wie das Geschriebene, in gedruckter Form nur in einer Gr\u00f6\u00dfe betrachten. Hier kommt einer der Vorteile einer digitalen Publikation, neben u.a. dem nicht unerheblichen Kostenvorteil, voll zum Tragen: Wer mit der einfachen Abbildung nicht auskommt, kann das Ganze auch detailreich mit 400%, 600% oder&#8211;wenn der Monitor mitspielt&#8211;bis 1600% Vergr\u00f6\u00dferung betrachten. Bei einigen Objekten h\u00e4tte sich der Rezensent aber noch die eine oder andere erl\u00e4uternde Detailzeichnung oder eine zus\u00e4tzliche Aufnahme von der R\u00fcckseite gew\u00fcnscht. Die Bedienung ist mit dem o.a. Leseprogramm einfach und narrensicher; wer es aber lieber schwarz auf wei\u00df haben m\u00f6chte, kann ja seinen Drucker bem\u00fchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, dass die Datei verschl\u00fcsselt ist, muss trotz allen Bedauerns (leider kein drag und drop) Verst\u00e4ndnis finden; das unberechtige Kopieren sch\u00e4digt nun mal den Urheber in seinem berechtigten wirtschaftlichen Interesse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Hans Weihreter ist wieder ein lesbares und grundsolides Werk gelungen: Es ist nicht nur f\u00fcr den kleinen eingeschworenen Spezialistenkreis gedacht, sondern eine empfehlenswerte, hilfreiche Lekt\u00fcre f\u00fcr alle Interessenten komparativer Betrachtung einzelner Kulturph\u00e4nomene.<\/p>\n<p>Anmerkung:<br \/>\n[1]. Weihreter, Hans: Schmuck aus dem Himalaya, Graz 1988.<\/p>\n<p>Citation: Johannes Litzel, &#8220;Review of thog-lcags&#8211;Geheimnisvolle Amulette Tibets,&#8221; H-Museum, H-Net Reviews, December, 2002. <a href=\"http:\/\/www.h-net.msu.edu\/reviews\/showrev.cgi?path=273\" target=\"_blank\">Link<\/a><\/p>\n<div style=\"clear:both;width:100%;\"><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"2.10.4","language":"ru","enabled_languages":["de","en","fr","ru"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2251"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2252,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2251\/revisions\/2252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}