{"id":2255,"date":"2017-03-15T11:50:19","date_gmt":"2017-03-15T10:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/ecco-arte.at\/rework-0217\/?page_id=2255"},"modified":"2017-03-15T11:54:08","modified_gmt":"2017-03-15T10:54:08","slug":"kavachha-michael-buddeberg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/kavachha-michael-buddeberg\/","title":{"rendered":"Rezension: Kavachha &#8211; Michael Buddeberg"},"content":{"rendered":"<div class=\"ctsc-focus ctsc-focus-normal \" style=\" background:#f3f1ea;\r\n\t\t\t\tbackground:-moz-linear-gradient(top, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%);\r\n\t\t\t\tbackground:-webkit-linear-gradient(top, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%); \r\n\t\t\t\tbackground:linear-gradient(to bottom, #f3f1ea 0%, #ffffff 100%);\r\n\t\t\t\tfilter:progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient(startColorstr='#f3f1ea', endColorstr='#ffffff',GradientType=0);\">\n<p><em>Verfasser: Michael Buddeberg, September 2004<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amulette sind meist am K\u00f6rper getragene Gegenst\u00e4nde, die D\u00e4monen, Ungl\u00fcck oder Gefahren abwehren, die die Kraft des Tr\u00e4gers st\u00e4rken oder ihm Gl\u00fcck bringen sollen. Der Gebrauch von Amuletten geh\u00f6rt wohl zu den fr\u00fchesten Ausdrucksformen menschlicher Kultur und es mag dar\u00fcber ger\u00e4tselt werden, was zuerst war: Bekleidung oder Amulett. Wahrscheinlich verlief die Entwicklung parallel und hat etwas zu tun mit der Ausbildung geistiger F\u00e4higkeiten, der Entwicklung abstrakten Denkens und der Entstehung einer magischen Einstellung zur Welt und Umwelt. Schamgef\u00fchl und Bekleidung, Geisterglaube und Religion, die Vorstellung von der Belebtheit aller Dinge haben unmittelbar mit der Menschwerdung zu tun und stehen ganz am Anfang der Humangeschichte. So ist auch gewi\u00df das Tragen von Amuletten, von krafthaltigen, unheilabwehrenden und heilbringenden Gegenst\u00e4nden, ob Zahn oder Kralle eines starken und gef\u00e4hrlichen Beutetieres, ob seltsam geformter Stein oder ungew\u00f6hnliche Muschel, der Anfang der Liebe der Menschen zum Schmuck. Im Schmuck lebt daher der Amulettgedanke bis heute in vielf\u00e4ltiger Weise fort ebenso wie im Talismanwesen oder in dem an der Windschutzscheibe baumelnden Maskottchen. Auch in allen Religionen haben sich Reste vorreligi\u00f6ser, meist animistischer oder schamanistischer Vorstellungen und Gebr\u00e4uche und damit auch mehr oder minder sp\u00fcrbare Reste einstigen Amulettwesens erhalten. Und nirgendwo ist der Gebrauch und der Glaube an die Wirkung von Amkuletten noch heute so reich und so lebendig wie im hinduistischen Indien. Nur ist dies wenig bekannt und wenn heute in Dritte-Welt-L\u00e4den indische Amulette angeboten werden, dann gelten sie mehr als exotischer folkloristischer Schmuck und nicht als Zeugnisse einer lebendigen religi\u00f6sen Kultur. Hans Weihreters neues Buch, als handliche CD-Rom erschienen, er\u00f6ffnet einen Zugang zur reichen Ikonographie und Bedeutung hinduistischer Amulette Indiens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Autor hat seit 25 Jahren Indien, insbesondere die L\u00e4nder des westlichen Himalaya, Rajasthan und Gujarat bereist und dort Feldforschung betrieben mit dem Schwerpunkt Schmuck und Amulett. Seine Publikationen \u00fcber den Schmuck des Himalaya, \u00fcber indischen F\u00fcrstenschmuck und \u00fcber die \u201eThoktschak\u201c genannten, geheimnisvollen Amulette der Tibeter qualifizieren ihn als intimen Kenner dieser Materie und sein neuestes Buch \u00fcber die Amulette der Hindus Indiens best\u00e4tigt dies einmal mehr. Dabei ist besonders hervorzuheben, da\u00df Weihreter die Vielfalt, Sch\u00f6nheit und Bedeutung indischer Amulette nicht an heute oder erst in den letzten Jahrzehnten hergestellten Exemplaren darstellt \u2013 was angesichts der immer noch lebendigen Tradition durchaus m\u00f6glich gewesen w\u00e4re \u2013, sondern \u00fcberwiegend an alten, meist sehr lange getragenen, sehr urspr\u00fcnglichen Belegst\u00fccken, die \u00fcberwiegend im 19. oder fr\u00fchen 20. Jahrhundert, teilweise sogar im 18. Jahrhundert entstanden sind. Wenn auch deren Ikonographie, wegen des hohen Abstraktionsgrades oder wegen der durch jahrzehntelangen oder noch l\u00e4ngeren Gebrauch hervorgerufenen Abgegriffenheit oft schwer zu entschl\u00fcsseln ist, so \u00fcberzeugt in der Regel die \u00c4sthetik und Ausdrucksst\u00e4rke dieser kleinen Kunstwerke. Ob es nun Shiva ist oder Devi, die auf diesen Amuletten dargestellt sind, ob Ganesha oder Vishnu, ob Tiere oder Pflanzen, die stilisiert nur selten bekannten Arten zugeordnet werden k\u00f6nnen, in Form, Proportion und Dekor handelt es sich regelm\u00e4\u00dfig um kleine Kunstwerke von hoher handwerklicher und \u00e4sthetischer Qualit\u00e4t. Auch die angewandten Handwerkstechniken, Treib-, Gravier-, Granulier-, Gu\u00df- und Enmaillierarbeiten, zeigen das hohe Niveau indischer Metallhandwerker. Das Material, weit \u00fcberwiegend Silber \u2013 nur ganz wenige St\u00fccke sind aus Gold oder vergoldet \u2013 ist Bestandteil der Ikonographie, denn Silber galt und gilt als reines, gl\u00fcckbringendes Material. Am Ende des Bandes finden sich eindrucksvolle Portraits von Menschen aus Indien. Sie scheinen \u00fcberreich mit Schmuck dekoriert, doch bei genauem Hinsehen erweisen sich die Ringe, Arm- und Halsb\u00e4nder und auch die Bemalungen und T\u00e4towierungen als reine Amulette. Das Buch ist eine wertvolle Bereicherung der Literatur zur asiatischen Schmuckkultur. Die moderne Publikationsform als CD-Rom in ausgereifter Technik und mit der M\u00f6glichkeit, schnell zwischen Text und Bild, zwischen eingehender Erkl\u00e4rung und vergr\u00f6\u00dferter Darstellung der Abbildungen hin und her zu klicken, ist \u00fcberzeugend. Wem das nicht gef\u00e4llt, kann sich nat\u00fcrlich eine Print-Copy durch jeden Copy-Shop ausdrucken lassen.<\/p>\n<p>(Bestelladresse: Edition Khyun, Schertlinstr. 11-1\/26, 86159 Augsburg)<div style=\"clear:both;width:100%;\"><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"2.10.4","language":"fr","enabled_languages":["de","en","fr","ru"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2255"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2255"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2262,"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2255\/revisions\/2262"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ecco-arte.at\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}